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Copyright und Urheberrecht für alle Texte und Bilder bei Conrad G. Zwerger. Der Gerichtsstand ist Memmingen.
ABENTEUER 1:
PRINZ WOLFHARD UND DIE GEISTERDÄMONEN
 
CHRONIK DER FALKENLÄNDER
 
Vor vielen, vielen Jahren, um das Jahr 2068 nach Christus sagt die Chronik der Falkenländer, gab es auf der Erde eine gigantische Katastrophe. Mehrere Asteroiden von gewaltiger Grösse, einige waren bis zu 3.4 Kilometer in der Länge und 1.7 Kilometer im Durchmesser, schlugen auf der Erdoberfläche ein und verursachten ein nie da gewesenes Chaos. Die Erdteile wurden durch die freiwerdende Energie der Explosionen so stark beeinflusst, dass sie sich, auf dem Magmastrom schwimmend, auf einander zu bewegten und vermutlich zu einem einzigen Kontinent vereinigten.
Niemand kann sagen wie die neue Erde aussieht, es gibt darüber noch keine Berichte.
Es entstanden neue Gebirge, neue Seen und um diesen neuen Kontinent herum breitete sich das neue Meer aus. Es war eine neue Erde geboren worden.
 
DAS JAHR
2068, DAS KATASTROPHENJAHR.
 
Nur wenige Menschen, die Vorwarnzeit von 2 Tagen war äusserst knapp, konnten im Jahr 2068, dieses schreckliche Ereignis überstehen.
 
Zu diesen Menschen gehörten auch die jetzigen Falkenländer, die ursprünglich im südlichen Bayern ansässig waren. Es war eine kleine Gemeinde, die in der Nähe eines, vom Erdreich gemessen rund 500 Meter hohen und etwa 5 Kilometer langen Granitberges, lebten. In diesem Bergzug waren schon vor längerer Zeit Stollen vorgetrieben worden. Von den Bergstollen ausgehend, die horizontal in den Granit gesprengt wurden, sind damals viele grosse Hallenräume geschaffen worden. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung waren Bestandteil des Höhlenkomplexes. Genutzt wurden diese Höhlen im Granitberg früher als Bundes- Schutzwerkstätten.
 
Gleich nach dem Bekanntwerden der drohenden Katastrophe hatte der Gemeinderat beschlossen, dieses Höhlensystem als Überlebensraum einzurichten. Eine Säuberung der Zufluchtstätte wurde veranlasst, an der sich alle Gemeindemitglieder beteiligen mussten. Alle Lebensmittel auch Weine, Biere und Alkoholwaren in vielerlei Form und Art, die sich in Läden, Supermärkten oder in dem Privatbereich befanden, wurden in die Höhlen gebracht.

Gärtnereien schleppten zahlreiche Pflanzen und Samensorten in Kisten in die Höhlen. Trinkwasser- und Hygienestationen wurden installiert. Auch eine Medizin-Notversorgung für Kranke und später für Verwundete wurde vorsorglich eingerichtet und aufgebaut. Diese hatten die Gemeindeärzte in einer separaten Höhle untergebracht.
Eine Kochstelle, wo Essen für alle zubereitet werden konnte, ist wieder in einer anderen Höhle eingepasst worden.
Trockenspiritus und viele andere Brennstoffe, auch für Stromaggregate, sind ebenfalls eingelagert worden. Schlafsäcke, Betten und sogar Zelte wurden zum späteren Gebrauch eingelagert. Viele Gemeindemitglieder nahmen ihre lieb gewordenen pelzigen und gefiederten Haustiere mit. Und einige fanden es wichtig Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Gänse, Enten und Hühner, sowie das notwendige Futter für sie, mitzunehmen. Auch Bienenvölker erachteten sie als äusserst wichtig mitzunehmen in ihre Höhlen. Dies geschah alles im Einverständnis mit dem Gemeinderat.
Die Chronik zählt noch viele, viele Sachen auf, wie Kerzen, Zündhölzer, Taschenlampen und Batterien und so weiter und so fort, die damals für notwendig erachtet wurden in die Fluchthöhlen mitzunehmen und einzurichten. Denn die zurück geblieben Materialien oder Wertsachen, soviel stand fest, waren für immer verloren. Dies wussten alle.
 
DANN KAM DER
EINSCHLAG

Die Granithöhlen haben damals die Auswirkungen der katastrophalen Meteoriteneinschläge, ohne grösseren Schaden zu nehmen, überstanden. Auch die Menschen in diesen Höhlen erlitten nur wenigen körperlichen Schaden.
 
Die sehr starken Erdbeben, die noch einige Zeit danach andauerten, konnten dem Höhlensystem nur wenig anhaben. Lediglich die Waffen und Munitionsvorräte der Schützenvereine wurden durch den Einsturz des Lagerraumes, in dem sie aufbewahrt worden waren, verschüttet.  

 
Nur unter schwierigsten Bedingungen  war es den Leuten nach der Zerstörung der Erde möglich gewesen, in den Höhlenlabyrinthen ein Leben gestalten zu können.
Am Anfang konnten sie von den mitgebrachten Ressourcen, trotz sparsamsten Gebrauch und Verbrauch gut leben, aber 865 Personen, soviel Flüchtlinge waren es, benötigen auch viel.
So wurde von Beginn an auch der Speiseplan angereichert, soweit vorhanden mit gebratenen Fledermäusen, harten Wurzeln die sie kochten und den Sud dann tranken, auch von Gräsern und essbaren, weichen Wurzeln, Moosen und soweit vorhanden, von Pilzen, ernährten sich diese Höhlenmenschen.  
Die ganze Technik auf der Erde, so modern sie auch war, ist durch die Meteoriteneinschläge zerstört worden. Deshalb waren sich alle Leute einig, alles was irgendwie brauchbar war, Werkzeuge oder Schreibpapier, seien es Bücher oder Zeitungen die einige gerettet hatten, sorgfältig zu einer Bibliothek zusammen zu tragen.
Andere schrieben ihr Wissen zu Büchern nieder, denn ein noch so kleiner Wissensbeitrag  war auch für die späteren Generationen von grösstem Vorteil  für das weitere Überleben. Auch wurden die Personen nach ihren Berufen eingeteilt um die Arbeiten besser zu koordinieren. Alle mussten mit anpacken. Das anfängliche Gefühl des verloren sein wich dem Mut zum Weiterleben.
 
 
Die Menschheit erlitt einen Rücksturz in die Steinzeit.
 
Gewitterstürme mit Wasserfall artigem Regen hatten die Erde überflutet. Neue Flüsse und Ströme wurden gebildet, die sich einen Weg zu einem See oder in das Meer oder nur zu einem anderen Gewässer suchten. Auf die Regenfälle kam dann eine kurze Kälteperiode mit lang anhaltenden Schneestürmen, die eine Abkühlung der Erdoberfläche mit sich brachte.
 
Doch nach etwa zwei Wochen war die Luft durch den Regen- und Schneefall soweit gereinigt, dass ein atmen der Menschen an der Erdoberfläche ohne Atemmasken wieder erträglich wurde. Auf Grund der widrigen Umstände blieben die Falkenländer damals noch für längere Zeit in ihren Höhlen zwangsweise wohnen. Nach mehrere Wochen andauernden, heftigen Bränden, ergrünte die Erde vollends und zahlreiche Lebewesen wie Landtiere und Wassertiere eroberten zur Freude der Falkenländer die Erde. Es konnte bis zur Niederschrift dieser Chronik nicht festgestellt werden, ob alle Tiere und Pflanzen das Inferno überstanden hatten. Diese freien Tiere und die eigenen Tiere, die in den Höhlen waren, wurden nur zur Zucht verwendet, sie gleich zu schlachten, hätte den Untergang der Tiere aber auch der Menschen bedeutet. Erst nach mehreren Züchtungen kamen einige wenige auf den Speiseplan.  

 
Von diesem Zeitraum an verliessen sie die Höhlenwelt und begannen sich mit der neuen Landschaft vertraut zu machen.
Grosse Teile und Landstriche der überschaubaren Gegend waren öde.
Einzelne Bäume und Gräser belebten die ansonsten kahle Bodenfläche und ragten, kleinen bunten Leuchttürmen gleich, aus der verbrannten Erde. Die wenigen Leute, etwa 753 an der Zahl, ursprünglich waren es 865 Personen, begaben sich auf eine Wanderung ins Ungewisse. Sie suchten ein fruchtbares Land, in dem sie alle Bedürfnisse für Nahrung, Kleidung, Baumaterialien und viele andere Dinge, die man zum Leben eben braucht, vorfinden konnten.
 
 
Unter Mitnahme ihrer ganzen Habe, begannen sie den langen Weg.
 
Während der Wanderung die viele, viele Monate dauerte, begegneten ihnen manche Menschengruppen, die das Inferno auch überlebt hatten, aber sich feindlich ihnen gegenüber zeigten. Verteidigung und manchmal Flucht waren hier jedes Mal eine schwierige Entscheidung, die von den Anführern der Falkenländer auf das Neue abzuwägen war. Viele andere fremde Menschen jedoch schlossen sich den Falkenländern auf dem langen Weg an, bis sie glaubten, das richtige Fleckchen Erde gefunden zu haben, auf dem sie in Zukunft leben könnten.
 
Sie bauten sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte Häuser, daraus wurden Städte, in denen sich die Menschen wohl fühlten. Dörfer mit prächtigen Bauernhöfen waren wieder in einer wunderschönen Landschaft vielerorts anzutreffen. Die Falkenländer waren wohl ein Volk, das sich sehr schnell vermehrte, ihre Gemeinschaft wuchs stetig an.

 
 
EIN STAAT MUSSTE GEBILDET WERDEN.
 
Nach der Flucht aus den Granithöhlen waren sie sich sehr schnell einig, die neue Staatsform sollte nicht von Parteien gebildet werden, denn Parteien fördern eben durch ihre unterschiedlichsten Ansichten nicht die Gemeinschaft. Parteien werden stets nur die Interessen vertreten, die konform mit ihrem Parteienerhalt in Verbindung gebracht werden können. Wenn dann zufällig diese Interessen mit dem Volksinteresse übereinstimmen, hat das Volk Glück gehabt. Die Parteienkratie ist keine klassische Demokratie! Eine Parteienherrschaft, bei der das Volk nur alle Wahltag nach einem sinnlosen Wahlkampf gefragt wird, zudem während dieses Wahlkampfes die Regierungshandlungen fast voll zum Erliegen kommen, ist nicht dem Volk dienlich, sondern nur den Parteien.
Deshalb wollte das Volk an der Spitze einen Alleinherrscher, den sie der Einfachheit König nannten, haben, der wirklich die Volksmeinung zu beachten hat und sein Interesse darauf verwendet, dass es dem Volk gut geht. Mehr will das Volk doch gar nicht.
Erwählt werden können sollte nur derjenige, der sich bisher für das Wohl der Falkenländer nachweislich am meisten eingesetzt hatte. Ausserdem wurde in die Verfassung der Falkenländer ein Paragraph geschrieben, bei schlechter Regierung erfolgt durch das Volk die sofortige Absetzung des Königs und die Wahl eines neuen Königs, der aus dem Volk der Falkenländer zu stammen habe.
 
 
In der Verfassung steht auch:
 
Jeder Bürger vom Falkenland hat das Recht vom König gehört zu werden.
Der König hat die Pflicht jeden Bürger zu unterstützen.
Der König regiert nur durch und von Volkes Gnaden.
 
Dem König und seiner Familie wird vom Volk huldvoll die Gnade erwiesen, in unbegrenztem Luxus zu leben, wenn das Volk nicht darunter leidet.
Dem König wird vom Volk für seine guten Dienste erlaubt, für sich und seine Familie als Entgelt für seine verantwortungsvollen Dienste soviel Goldstücke zu verwenden, wie er es für notwendig erachtet, er braucht über die Anzahl der Goldentnahme keine Rechenschaft ablegen.
Der König kann für sich Burgen bauen und Landschaften erwerben, diese bleiben auf Dauer bis in alle Zukunft sein Eigentum.
Der König hat das Vorschlagsrecht für seinen Nachfolger, aber das ist für das Volk nicht bindend, es kann sich auch anders entscheiden.
Der König ist nur der oberste Verwalter des gesamten Volksvermögen, das Königsgut gehört dem ganzen Volk.
Der König muss Lehen verleihen an ehrenvolle Bürger und sie in den vornehmen Stand des Adels erheben, wenn er dazu aufgefordert wird.
Der König ist für sein Handeln dem Volk gegenüber Rechenschaft schuldig.
Dem König und seiner Familie wird das Recht gewährt, Befehle und Erlasse zu erteilen, denen das Volk zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet ist.
Der König und seine Familie hat stets das gesamte Wohl des Volkes bei Erteilung eines Befehles oder Erlasses zu beachten, bei Missachtung erfolgt unmittelbar die Absetzung des KÖNIGS.
Die Verfassung ist vom Volk einstimmig beschlossen worden und kann nicht verändert oder außer Kraft gesetzt werden.
Die Verfassung ist Gesetz.
Alle Gesetze sind der Verfassung unter geordnet.
 
 
Ein König wurde gewählt.
 
Somit hatten sie sich einen König gewählt, der aus dem erfolgreichen, uralten Geschlecht der Hattonen in Bayern stammte. Die Hattonen bauten sich eine markante Burg, der sie den Namen Falkenburg gaben. Seit dieser Zeit nennen sich die Hattonen Falkenländer.
 
Die Errungenschaften der Technik und alle anderen Wissenschaften gingen nach der Katastrophe weitgehend verloren, nur wenige Fachbücher blieben erhalten. Die Falkenländer sind jetzt eifrig dabei, einige Fertigkeiten neu zu erlernen.

Hier endet die alte Chronik im Jahr 2100 nach Christus.

 
Dann begann die neue Chronik, die heute noch laufend fortgeschrieben wird.
 
Seit diesem Jahr 2100 nach Christus herrschen nun die Könige aus dem Geschlecht der Hattonen über das Falkenland. Das spricht für eine aussergewöhnlich volksnahe und exzellente Regentschaft der Hattonen, denn das Volk hätte schon lange eine Absetzung gefordert wenn es nicht so gewesen wäre. Der erste König Seifried von Hattenberg, ein Hattone, änderte schon seinen Namen in Falkenberg in Falkenland. Er war es, der eines Tages im Schutt, es war nicht mehr zu erkennen, ob dieser Schutt von einem zerstörten Gebäude stammte, eine Gesetzessammlung aus dem 13. Jahrhundert nach Christus, den Schwabenspiegel, entdeckte und legte ihn dem Volk in modifizierter Form, angepasst auf die Gesetze der Verfassung, als neues Gesetzbuch vor, damit nach diesem für alle Menschen zukünftig Recht zu sprechen sei. Das gesamte Volk stimmte dafür.
 
Es dauerte Jahrhunderte bis die Falkenländer den Stand und die Technik eines Mittelalters vom Jahr 890 nach Christus erreichten. Mühselig wurden Handwerkstechniken erkundet.
 
Eisenerzeugung war lange Zeit unmöglich. Im Laufe der Zeit konnten kleinste Hochöfen wieder entwickelt werden. So war es mit vielen anderen alten Techniken, die mussten neu erfunden werden. Glücklicherweise halfen ihnen bei der Entwicklung die geretteten alten Fachbücher. Aber es gab keine Fabriken wie früher, die viele Gebrauchsgegenstände zum Verkauf herstellten, so musste jetzt jede noch so kleine Schraube in Handarbeit angefertigt werden; und so war es mit allen Materialien. Alles wurde einzeln mit den Händen gefertigt.
Nach vielen weiteren Jahren und Lernprozessen haben sie jetzt den Wissensstand des Jahres 1195 nach Christus erreicht. Das ist beachtlich! In nur knapp 400 Jahren haben sie das geschafft, wofür die frühere Menschheit rund 6000 Jahre gebraucht hatte. Die Falkenländer sind rundum  sehr zufrieden und sehr glücklich.
 
GEGENWART

Im Land der Falkenländer wird heute das Jahr 2599 nach Christus geschrieben, um genau zu sein der 25. Juli 2599.
 
Der jetzige König Grimhard von Falkenland mit seiner Gemahlin Luneta regiert seit 34 Jahren huldvoll über dieses Land. Ihre beiden Kinder, der Prinz Wolfhard und die Prinzessin Sabey, wurden in allen Wissenschaften unterrichtet, auch die Militärtechnik war Bestandteil ihrer Ausbildung. Dies alles zu lernen wäre die wichtigste Voraussetzung, um später gut und weise zum Wohle des Volkes regieren zu können, geht’s dem Volk sehr gut, geht’s dem Königshaus sehr gut, meinten ihre Eltern.
 
Ein herrlicher Tag, der 25. Juli 2599 um 10.00 Uhr.
 
Die Sonne strahlt über das ganze Firmament.  Weisse Wölkchen,  bauschigen Wattebällchen gleich, ziehen oft lustige Figuren formend am kobaltblauen Himmel fröhlich und ungezwungen dahin.
 
Prinz Wolfhard und seine Schwester Prinzessin Sabey nutzen diesen schönen, duftigen Sommertag und haben einen kleinen Ausflug zu ihrem Lieblingsplätzchen gemacht.
Sie sitzen bequem auf einem Felsen, den sie sich von den Steinmetzen zu komfortablen Sitzliegen aus dem Stein heraus arbeiten liessen. Gleich daneben fliesst die Fischache, leise rauschend und kleine Wirbel bildend an den Felsen vorbei. Sie hat ihren Namen wegen ihres Reichtums an grossen Regenbogen-Forellen bekommen, die gebraten Prinz Wolfhard besonders gut schmecken. Aber heute ist er nicht zum
Angeln hier, sondern er will sich entspannen und gemütlich ausruhen.
 
Neben ihm an der Seite sitzt Sabey:  
 
"Fühlst du die wohlige, angenehme Wärme der nach Blüten und Heu duftenden Sommerluft?" Fröhlich lächelnd wandte sich Sabey spontan zu ihrem Bruder Wolfhard, den jungen Prinzen von Falkenland, der erst vor zwei Wochen seinen achtzehnten Geburtstag am Hofe seines Vaters in festlicher Gesellschaft feierte.
"Die Sonne meint es recht gut mit uns." Wolfhard schaut sie zustimmend heiter lachend an und blinzelt dann in die Sonne, als er aus seinem tiefsten Inneren meint  "ich liebe nun mal den Sommer mit all seinem bunten Blumenwunder! - den Winter kann ich absolut nicht ausstehen."  
 
Während seine bildhübsche, im hochadeligen Kleid, um ein Jahr jüngere Schwester, Prinzessin Sabey neben Wolfhard auf ihrem Modellstein sitzt, pflückt sie eine Margerite und zupft die weißen Blätter der Blüte langsam ab und murmelt dabei einen Zählreim. "Was für ein schöner prächtiger Tag" wiederholt Wolfhard. Fast gelangweilt beobachtet er das Spiel der glitzernden Forellen, die in der Fischache nach Beute in die Höhe springen. Mit einem lauten Splasch fallen sie in das Wasser zurück. Er konnte sich kein schöneres Fleckchen zum Ausruhen und Angeln vorstellen.
 
Wolfhard, in seinem vornehmen Gewand eine prächtige Erscheinung, wendet seinen Kopf nach rechts und schaut über die Felder zur Burg Falkenland, seines Vaters König Grimhards Festung. Seit weit über 400 Jahren steht sie als Landesburg auf dem zerklüfteten massigen Granitfelsen Falkenstein, der wie ein erloschener riesiger Vulkankegel mit einem Hut aus der Umgebung empor ragt. Der Falkenstein birgt ein Geheimnis von dem nur wenige Menschen wissen: Im innern des Berges ist reines Golderz in unerschöpflichen Mengen zu finden.
Sanfte Hügel mit Wiesen und Feldern, auf denen Bauern mit von Pferden gezogenen Heuwägen unterwegs sind, schmiegen sich ringsherum am Fuße des Berges an.
 
Westlich des mächtigen Bergmassives erstreckt sich die Stadt Falkenhausen mit ihrer starken und hohen aus Felsblöcken errichteten Wehrmauer.
In ihrem Schutz, durch die Mächtigkeit der Mauer verborgen, leben die stolzen, glücklichen und zufriedenen Bürger in ihren prächtigen, aus fein behauenem roten Sandstein erbauten Häusern. Auf dem sonst weißen Anstrich der Fassaden prangen in den herrlichsten Farben Gemälde, die jeweils die Stammesgeschichten der Eigentümer bildlich erzählen.
 
Inmitten dieser filigranen Häuserwelt haben die Falkenhausener ihren Marktplatz mit 6 Brunnen, die mit Figuren aus der Sagenwelt der Menschheit bereichert sind und einem großen prunkvollen Rathaus verschönert. Eine Kathedrale mit zwei Türmen und einem hohen Langhaus, im Baustil der Romanik erbaut, ist der Sitz eines Bischofs der neuen Religion, die nur den figurlosen Gott allein verehrt, denn Gott, so meinte das Volk, ist Alles im Universum. Ihr sonstiges Leben gestalten sie nach christlichen Weisheiten und Ethik. Der Bischof wird aus ihrer Mitte vom Volk gewählt oder vom Volk auch abgesetzt und ist nur der oberste Ethikmeister, der dem Volk auf Fragen von  Moral und im Umgang mit den Menschen beratend zur Seite steht. Diese Fragen werden sonntags in der Kathedrale erörtert.
 
Wirtshäuser, Herbergen, Schulen, Hochschulen, Theater, Läden, Werkstätten und großzügig gebaute Bürgerhäuser fassen den viereckig angelegten Platz mit einem Ausmass von 440 mal 650 Meter, ein.
 
Eine Sportanlage mit Rennbahn erstreckt sich hinter den Gebäuden. Besonders stolz sind die Bürger auf den Mosaikboden des weiträumigen Platzes, der mit großformatigen, vielfarbigen, eckigen Steinplatten aus Glimmerschiefer, Granit, Gneis, Basalt, Granodiorit, Tonalit, Beryll, Korund und vielen anderen bunten Steinen von namhaften Künstlern meisterhaft angelegt wurde. Die schöne Anlage der Stadt weist darauf hin, dass in Falkenhausen eine reiche, zufriedene und wohlhabende
Bürgerschaft lebt.
 
Am östlichen Horizont ist ein schroffes Granitgebirge mit vielen Schluchten und hohen schneebedeckten Bergspitzen, der höchste Berg mit schätzungsweise, genau weiss das keiner, 6500 Meter, sichtbar.

Dort befinden sich viele Bergbaubetriebe und die Industrie der Erzschmelzereien für Eisen, Kupfer, Zink, Blei, Zinn, Silber und allerlei anderer Erze, ebenso die Glashütten. Auch Rubin und Saphir in feinster transparenter kristalliner Form vom Korund, kristalliner Smaragd und Aquamarin vom Beryll, selbst der Diamant wird in reinsten weissen Kristallen dort gefunden.
 
Zwischen Burg und Hochgebirge erstreckt sich der Eichenwald, mit bis zu 1000 Jahren alten Eichen, der gleich einem grünen Mantel den Kristallsee umsäumt, dort werden intensiv Bäume gefällt und anschliessend in Sägewerken zu Bau- und Möbelholz verarbeitet.
 
Wolfhard schließt mit tiefer Zufriedenheit seinen Rundblick über seiner Vorväter Land.
 
25. Juli 2599.  12.10 Uhr
 
Ein plötzlich einsetzender heftiger, scharfer, staubtragender Wind weht den bunten Blumenkranz von Sabeys Haar. Sie blickt erschrocken auf zum Himmel.
"Wolfhard..." ruft Sabey ängstlich, "sieh, ein sonderbare,  grelle grüne Wolke fliegt von der Falkenburg weg."
Schlagartig wird es finster, rasend schnell ziehen am Himmel mächtige drohende dunkle Wolken auf, ein furchterregender Sturm bricht los. "Schnell," nicht ohne Angst in Wolfhards Stimme, "laufen wir zur Burg, dort sind wir vor dem Unwetter sicher."

 
Schwarze, dichte Wolkenfetzen jagen tief über den Falkenstein hinweg. Feuerrote, tödliche Blitze schleudern ihre vernichtende, zündende Kraft auf die jetzt kaum noch sichtbare Stammburg des Falkenlandes. Sabey und Wolfhard kämpfen mit höchster Anstrengung und unter Aufbietung ihrer ganzen Kräfte gegen den scharfen drückenden Wind. Die Sturmböen nehmen ihnen fast den Atem. Gewand und Haare der beiden flattern wie zerfetzte Fahnen waagrecht in dem Sturmgebraus. In gebückter Haltung, mehr kriechend, auf ihre Hände gestützt, streben sie zu ihrer Burg.   

 
 
Sie sind schon nahe der Burg, fast am Tor, da geht ratternd das Fallgatter hoch und ein Reiter in voller Rüstung, mit Lanze und Schild, sprengt mit lautem Hufgeklapper über die hölzerne Brücke hinweg, auf den steinernen Burgweg in Richtung Sabey und Wolfhard. Unmittelbar vor ihnen reißt er sein Pferd so in die Höhe, dass es nur auf den Hinterbeinen unruhig, nervös tänzelt . . . . . . .                     
 
Lesen Sie jetzt die geheimnisvollen Abenteuer des Prinz Wolfhard gegen die todbringenden Geisterwesen aus einem Paralleluniversum, das der Menschheit bisher verborgen blieb.  
 

 
 
Autor: Conrad von Hattenberg
Copyright 2010